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Sichtbarkeit in der Praxis

Was eine Prüfung zeigt, wie man den Befund liest und wie man ihn im Gespräch nutzt.

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Was wird bei einer Prüfung angesehen?

Vier Bereiche, und der letzte überrascht die meisten:

  1. Technik und Erreichbarkeit — lädt die Seite, ist sie verschlüsselt, funktioniert sie am Handy, wie schnell ist sie.
  2. Auffindbarkeit — Titel, Beschreibungen, Struktur, ob Suchmaschinen die Seite lesen können.
  3. Inhalt — gibt es genug Text, sind die wichtigen Angaben da.
  4. Recht und Datenschutz — Impressum vorhanden und vollständig, Datenschutzerklärung da, werden fremde Server beim Laden angefragt.

Punkt 4 ist in der Praxis der wertvollste: Fehlende Pflichtangaben und ungefragt nachgeladene Schriften sind die häufigsten Abmahngründe bei kleinen Websites — und sie fallen dem Betreiber nie von selbst auf.

Wie lese ich einen Befund richtig?

Von oben nach unten — die Liste ist nach Gewicht sortiert, nicht nach Reihenfolge des Auftretens.

Was Sie zuerst anfassen sollten:

  1. Rechtliches. Fehlendes Impressum, fehlende Datenschutzerklärung, nachgeladene Fremdinhalte. Das kann Geld kosten.
  2. Erreichbarkeit. Seite lädt nicht, Zertifikat fehlt, am Handy unbrauchbar.
  3. Grundlegende Auffindbarkeit. Kein Seitentitel, keine Überschrift, kein Text.
  4. Feinschliff. Alles Übrige.

Was Sie nicht tun sollten: alles abarbeiten. Ein Befund mit vierzig Punkten enthält dreißig, die nichts ändern.

Und die wichtigste Einordnung: Ein guter Wert ist kein Ziel. Eine Seite mit 90 Punkten, die niemand findet, ist schlechter als eine mit 60, die Anfragen bringt.

Welche rechtlichen Punkte findet die Prüfung?

Achtung: Ein Befund ersetzt keine rechtliche Prüfung. Er findet, was fehlt — nicht, ob das Vorhandene richtig ist.

Die, die von außen sichtbar sind, und das ist erstaunlich viel:

  • Impressum: vorhanden, erreichbar, mit den Pflichtangaben.
  • Datenschutzerklärung: vorhanden und von jeder Seite aus erreichbar.
  • Fremde Server beim Laden: Schriften, Karten, Videos, Zählwerkzeuge — alles, was ohne Einwilligung die IP-Adresse des Besuchers weitergibt.
  • Cookie-Banner: ob eines nötig wäre und ob es vorhanden ist.
  • Verschlüsselung.

Was die Prüfung nicht kann: beurteilen, ob der Inhalt des Impressums stimmt oder ob die Datenschutzerklärung zu dem passt, was die Seite tut. Das muss ein Mensch lesen.

Und die Einordnung: Ein Befund ist keine Rechtsberatung. Er zeigt, wo hingesehen werden sollte.

Was kostet eine Prüfung?

Der Website-Check selbst nichts — er ruft die Seite auf und liest, was dasteht.

Kosten entstehen bei den Teilen, die fremde Dienste anfragen:

  • Recherchen, wenn Sie wissen wollen, wo eine Seite bei Google steht.
  • Datenabfragen für das Suchvolumen Ihrer Begriffe und für die Verweise von anderen Websites.
  • KI-Auswertungen, wenn Sie eine Zusammenfassung erzeugen lassen.

Was das praktisch heißt: Prüfen Sie so oft Sie wollen. Die Grundprüfung ist kostenlos, und es gibt keinen Grund, damit zu sparen.

Was Sie im Blick behalten sollten: die Abfragen, für die ein Budget gilt. Ein Lauf über fünfzig Websites mit Suchabfragen ist etwas anderes als eine einzelne Prüfung.

Setzen Sie ein Budget, bevor Sie größere Läufe starten.

Was bringt eine zweite Prüfung?

Den Vergleich, und der ist wertvoller als jede einzelne Prüfung.

Was Sie beim zweiten Mal sehen:

  • Was behoben wurde und was nicht.
  • Was neu dazugekommen ist — eine eingebaute Karte, ein neues Werkzeug, ein abgelaufenes Zertifikat.
  • Ob sich die Position verändert hat, wenn Sie Suchabfragen nutzen.

Ein sinnvoller Rhythmus: vierteljährlich für die eigene Seite, vor jedem Kundengespräch für fremde.

Und der Fall, der besonders häufig ist: Eine Seite, die vor sechs Monaten sauber war, lädt inzwischen fremde Inhalte — weil jemand ein Video oder eine Karte eingebaut hat, ohne an die Datenschutzerklärung zu denken.

Wie prüfe ich meine eigene Website?

Genauso wie eine fremde — und mit demselben Abstand.

Was Sie dabei beachten sollten:

  • Nicht nur die Startseite. Prüfen Sie auch die wichtigste Leistungsseite und die Kontaktseite.
  • Mit und ohne www, wenn beides erreichbar ist.
  • Nach jedem größeren Umbau.

Und der Teil, den die Prüfung nicht abnimmt: selbst hinsehen. Rufen Sie Ihre Seite in einem privaten Fenster auf, am Handy, über Mobilfunk. Füllen Sie das Kontaktformular aus. Klicken Sie ein paar Links.

Das findet die Fehler, die kein Werkzeug findet: einen falschen Preis, einen Ansprechpartner, der nicht mehr da ist, einen Text, der nicht mehr stimmt.

Wie nutze ich einen Befund im Kundengespräch?

Als Anlass, nicht als Verkaufsargument — der Unterschied entscheidet, ob es ankommt.

Was funktioniert:

  • Zwei bis drei konkrete Punkte nennen, nicht die ganze Liste. Eine Liste mit vierzig Beanstandungen wirkt wie ein Vorwurf.
  • Mit dem anfangen, was Geld kosten kann — fehlendes Impressum, nachgeladene Schriften. Das ist ein echtes Problem, kein Geschmacksurteil.
  • Sagen, was es bedeutet, nicht wie es heißt. Nicht „Ihr Canonical fehlt“, sondern „Google sieht Ihre Seite unter zwei Adressen und teilt die Wirkung auf“.

Was nicht funktioniert: eine automatisch erzeugte Liste zuschicken. Das wirkt maschinell und wird ignoriert.

Und die Haltung, die den Unterschied macht: Sie zeigen ein Problem, keine Schuld. Fast niemand hat seine Website selbst gebaut.

Kann ich den Befund weitergeben?

Achtung: Ein unaufgeforderter Befund per E-Mail ist Werbung und braucht dieselbe Grundlage wie jede andere Werbemail.

Ja, und das ist oft der bessere Weg als ein Gespräch über Details.

Worauf Sie achten sollten:

  • Auf das Wesentliche kürzen. Ein Bericht mit vierzig Punkten wird nicht gelesen.
  • In Ihre Worte fassen, was die wichtigsten drei bedeuten.
  • Sagen, was Sie anbieten — und was der Empfänger selbst tun kann.

Was Sie nicht tun sollten: einen Befund über eine fremde Website unaufgefordert an Dritte weitergeben. Der Befund selbst ist unproblematisch — er beruht auf öffentlich Sichtbarem —, aber die Weitergabe an jemand anderen als den Betreiber ist unhöflich und kann als geschäftsschädigend ausgelegt werden.

Und rechtlich: Werbe-E-Mails mit einem unaufgeforderten Befund sind Werbung — mit allem, was dazugehört.

Was zeigt der Branchenradar?

Wie ein Segment aussieht. Wer wen verlinkt, steht dagegen im Reiter Verweise.

Konkret: Er sammelt Auftritte einer Branche in einem Gebiet und zeigt, was dort üblich ist. Wie viele haben ein vollständiges Impressum, wie viele laden fremde Inhalte, wie viele sind am Handy brauchbar.

Wofür das nützlich ist:

  • Einordnung. Ist Ihre Seite besser oder schlechter als das, was Ihre Kundschaft sonst sieht?
  • Akquise. Wo gibt es Betriebe, deren Auftritt offensichtlich Nachholbedarf hat?
  • Marktverständnis. Was ist in Ihrer Branche üblich?

Was er nicht ist: ein Verzeichnis aller Verweise zwischen Websites. Er liest nur die Auftritte, die er in den Trefferlisten Ihrer Begriffe findet, und merkt sich dabei, welche Verzeichnisse dort immer wieder vorkommen. Ein vollständiges Verweisprofil einer Website, samt Vergleich mit Wettbewerbern, liefert der Reiter Verweise.

Und beachten Sie: Was Sie damit finden, sind Geschäftskontakte — für die Ansprache gelten die üblichen Regeln.

Welche Befunde kann ich selbst beheben?

Die inhaltlichen, und das ist der größere Teil:

Selbst machbar:

  • Seitentitel und Beschreibungen schreiben.
  • Alt-Texte an Bildern ergänzen.
  • Überschriften ordnen.
  • Zu dünne Seiten mit Inhalt füllen.
  • Impressum und Datenschutzerklärung vervollständigen.
  • Bilder verkleinern.

Nicht selbst machbar (bei einer Website, die Sie nicht selbst verwalten):

  • Zertifikat, Weiterleitungen, Servereinstellungen.
  • Eingebaute Fremdinhalte entfernen, wenn sie im Quelltext stehen.

Bei einer Seite aus Aurora Hive Sites fällt fast alles in die erste Gruppe — dort sind Titel, Alt-Texte und Rechtstexte Einstellungen.

Und fangen Sie mit dem Rechtlichen an. Der Rest kann warten.

Was sagt eine Prüfung nicht?

Das Wichtigste — nämlich, ob die Seite ihren Zweck erfüllt.

Was kein Werkzeug beurteilen kann:

  • Ob der Text überzeugt.
  • Ob die richtige Zielgruppe kommt.
  • Ob die Bilder wirken.
  • Ob jemand anruft.

Eine Seite kann technisch tadellos sein und trotzdem keine Anfrage bringen. Und eine mit mittelmäßigen Werten kann gut laufen, weil sie genau das sagt, was Kunden wissen wollen.

Deshalb gehört zu jeder Prüfung ein zweiter Schritt: selbst hinsehen, mit den Augen eines Fremden. Finden Sie in dreißig Sekunden heraus, was der Betrieb macht, für wen, und wie man ihn erreicht?

Wenn nicht, hilft kein Befund.

Was bringen Einträge in Branchenverzeichnissen?

Unterschiedlich viel — und die Unterschiede sind groß.

Lohnt sich fast immer:

  • Der Eintrag im großen Kartendienst. Für lokal tätige Betriebe oft wichtiger als die eigene Website.
  • Innung, Kammer, Verband. Kostenlos, glaubwürdig, und die Verweise zählen.
  • Zwei bis drei einschlägige Fachverzeichnisse.

Lohnt sich selten:

  • Kostenpflichtige Einträge in Verzeichnissen, die niemand benutzt. Die Anrufe, die das verkaufen, sind hartnäckig und der Nutzen gering.

Worauf Sie achten: Die Angaben müssen überall gleich sein — Name, Anschrift, Telefonnummer, Öffnungszeiten. Abweichungen schaden mehr, als ein zusätzlicher Eintrag nützt.

Und führen Sie eine Liste, wo Sie überall eingetragen sind. Bei einer Adressänderung ist sie Gold wert.

Soll ich nur Begriffe mit großem Suchvolumen beobachten?

Nein. Ein großes Suchvolumen sagt, dass viele suchen, aber nicht, dass diese Menschen Sie beauftragen wollen.

Für einen örtlichen Betrieb sieht eine gute Auswahl meist so aus:

  • Ein, zwei breite Begriffe mit spürbarem Volumen, etwa die Leistung mit dem Namen der Stadt. Sie zeigen, ob Sie im Wettbewerb überhaupt mitspielen.
  • Mehrere enge Begriffe mit kleinem Volumen oder „kein Wert“. Wer „Dachrinne reparieren“ mit dem eigenen Stadtteil sucht, ist selten, aber fast immer ein Auftrag.
  • Kein Begriff, den Sie nicht bedienen, auch wenn die Zahl verlockt.

Beim Lesen der Zahlen hilft ein Blick auf die Absicht: Wer „Notdienst“ tippt, will jetzt anrufen. Wer „Kosten“ tippt, vergleicht noch.

Und im Gespräch mit einem Kunden gilt: Das Suchvolumen ist Googles Schätzung, gerundet. Nennen Sie es so, dann muss niemand später eine Zahl verteidigen, die nie genau gemeint war.

Was fange ich mit einer Verweislücke an?

Sie prüfen, ob Sie dort hingehören, und tragen sich ein, wenn ja. Die meisten Lücken bei örtlichen Betrieben sind keine Zeitungsartikel, sondern ganz gewöhnliche Orte:

  • Branchen- und Ortsverzeichnisse, oft kostenlos und in wenigen Minuten erledigt.
  • Innung, Kammer, Verband, bei denen die Mitgliedschaft ohnehin besteht, der Eintrag aber fehlt.
  • Lieferanten und Hersteller, die Fachbetriebe auflisten.
  • Vereine und örtliche Veranstaltungen, die Unterstützer nennen.

Arbeiten Sie die Liste von oben nach unten ab und nehmen Sie überall dieselbe Schreibweise von Name, Anschrift und Telefonnummer.

Was Sie auslassen: Seiten, die Links gegen Geld anbieten, und Verzeichnisse, von denen Sie noch nie gehört haben und die sonst niemand nutzt. Solche Verweise schaden eher.

Im Kundengespräch ist eine Lücke ein guter Anlass, weil sie konkret ist. Der Satz, dass sieben Wettbewerber dort stehen und der Betrieb nicht, braucht keine Erklärung.

Was fange ich mit dem Ergebnis der KI-Sichtbarkeit an?

Lesen Sie es als Hinweis auf eine Lücke, nicht als Note.

Drei Fälle, drei Schlüsse:

  • Sie werden genannt. Gut — und nachprüfen, ob die Angaben stimmen. Antwortmaschinen geben gelegentlich veraltete Öffnungszeiten, alte Anschriften oder einen falschen Leistungsumfang wieder. Was dort falsch steht, steht meist auch irgendwo im Netz falsch.
  • Wettbewerber werden genannt, Sie nicht. Sehen Sie sich an, warum: Diese Anbieter haben in aller Regel Seiten, die die gestellte Frage wörtlich beantworten, und werden von Dritten erwähnt — in Verzeichnissen, in Fachbeiträgen, in Presseartikeln. Beides lässt sich nachholen.
  • Niemand wird genannt. Dann ist die Frage zu allgemein gestellt. Formulieren Sie sie enger, mit Ort oder Anlass.

Was Sie daraus als Arbeit ableiten können, ist fast immer dasselbe: Beantworten Sie die Fragen Ihrer Kunden auf Ihrer eigenen Website, in ganzen Sätzen. Eine Seite, die eine Frage wörtlich beantwortet, wird von Antwortmaschinen und Suchmaschinen gleichermaßen gern genommen.

Und die Erwartung dämpfen: Das ist ein Thema für Monate, nicht für Wochen. Vergleichen Sie deshalb Läufe im Monatsabstand und nicht zwei Läufe an einem Tag — dieselbe Frage kann zweimal unterschiedlich beantwortet werden, ohne dass sich etwas geändert hat.

Steht Ihre Frage nicht dabei?

Versuchen Sie es über die Suche — die geht über alle Kapitel auf einmal. Und wenn hier wirklich etwas fehlt, sagen Sie uns Bescheid: im Programm unten rechts über „Fehler melden“.